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Kraftorte - Sachsen-Anhalt - Eine germanische Pilgerreise zu den vier Elementen - Der Regenstein Teil 4 - Das Wasser

Ihr Lieben,
 
dieser Bericht über Kraftorte in Sachsen-Anhalt ist eine Fortsetzung, den ersten Bericht, das Element Erde findest du hier, den 2. Teil, das Element Feuer hier und den dritten Teil, das Element Luft hier.
 
Auf einer Reise zur Teufelsmauer zwischen Blankenburg und Ballenstedt führte mich mein Weg im Frühsommer 2011 zum Regenstein. Dieser Fels diente seit vielen Jahrhunderten vielfältigen Nutzungen und war ursprünglich ein Wallfahrtsort / Weiheort eines der vier Elemente. Doch zunächst ein wenig Historie aus den offiziellen Quellen:
 
Der Felsen nördlich von Blankenburg diente zunächst einer Burg derer von Regenstein etwa von 1100 bis ins 15. Jahrhundert. Ab 1671 wurde ursprünglich relativ kleine Burg zur Festung umgebaut und weiträumig umfasst. Unter anderem entstanden Wehranlagen und Wälle am einzigen Zugang zum Felsen, sowie diverse künstliche Räume in den Fels gehauen wurden, teils als Verlies, teils als Kasematten genutzt. 1758 wurde die Anlage von den Franzosen erobert und das Pulverlager, welches sich knapp unterhalb des Bergfrieds der alten Burg befand, gesprengt. Im 2. Weltkrieg wurde auf diesem Felsen noch einmal gebaut, unter anderem stand auf dem früheren Platz einer kleinen Windmühle ein weitreichendes Geschütz.
 
Die Ursprünge der Nutzung dieses Felsens jedoch sind bei einem aufmerksamen Besuch unübersehbar und wahrscheinlich diente dieser Ort als Weiheplatz, Wallfahrtsort und war einem der vier Grundelemente, dem Wasser gewidmet. Doch dazu im Laufe des Berichtes mehr.
 
Beginnen wir unseren Besuch des Regensteins bei Blankenburg / Harz.
 
Der erste Blick nach Durchschreiten des Tores:
 

 
Detailaufnahme des vorgelagerten Felsens.
 

 
Und noch ein Detail, der Felsvorsprung weiter oben.
 

 
Im Inneren der Anlage liegt zunächst rechter Hand ein Felsen, mit künstlichen Höhlungen verschiedener Zeitepochen und Balkenlöchern in den Wänden. Rechter Hand beginnt ein weites felsiges Areal, auf dem bei meinem Besuch Falknervorführungen stattfanden. Ein Stück weiter kommt ein freier Platz, nach links bietet sich folgendes Bild:
 

 
Im Vordergrund rechts sieht man die Grundmauern von Gebäuden aus der Preußenzeit, mittig im Bild den alten Bergfried der Burg. Rechts oberhalb der Grundmauerreste stand einst eine Windmühle, später ein Flak-Geschütz der Wehrmacht.
 
In Gegenrichtung, also nach rechts ist eine kleine Anhöhe mit einem bearbeiteten Stein mit drei Sitzplätzen, vermutlich für die drei Nornen. Wem dieser Begriff nichts sagt, mag an dieser Stelle ein kleiner Vers Anhalt sein:
 
Drei Nornen
 
Einst saßen drei Nornen am Waldesrand.
Die erste im Urgrund eine Spirale fand,
aus der Spirale entstand ein schillerndes Band.
In der Tiefe einer Frau sich die Spindel wand.
Die zweite, die nahm den Faden auf.
Flocht vier Elemente dem Gewebe auf,
webte so ewig neuen Lebenslauf.
Die dritte , die zählte der Leben Stund.
Sie tat Alter Loslassen und Weisheit kund.
In Ihrer Hand die Schere, sie löste den Bund,
entließ das Gewebe zurück zum Urgrund.
(c) Moira le Fay
 
Und dies ist der Stein mit zwei vorderen, einem seitlichen Sitzplatz:
 

 

 
An dieser Stelle war endgültig Klarheit über die frühzeitige Nutzung dieses Felsens geschaffen, ähnliche Steine finden sich in anderen Anlagen. Wenn Du selbst einmal solche Anlagen besuchst, achte einmal auf die bearbeiteten Flächen. Je runder sie sind, um so länger hat die Naturgewalt Wasser, Wind und Sonne an ihnen gearbeitet. Je gröber eine Aussparung ist, um so jünger ist sie. Diesen Unterschied kann man in dieser Anlage durch die vorhandenen drei Nutzungsperioden gut erkennen. Doch zurück zu unserer Erkundung. Folgt man der Treppe, an den Nornen vorbei, gelangt man auf ein kleines Plateau. Auch hier deutet die alte, schon fast wieder runde Treppe auf ein hohes Alter hin.
 

 
Blickt man von dort weiter südlich, wird der Fels unterbrochen durch eine Art Tor (das an dieser Stelle vor dem steil abfallenden Fels keinen Sinn macht) auf den weiteren Höhenzug. Leider ist dieser Bereich abgesperrt und nicht zugänglich. Dort würden sich aber vermutlich weitere Spuren finden:
 

 
Dieser hintere Teil ist nur auf schmalen, steilen Pfaden erreichbar und innerhalb einer einsturzgefährdeten Zone. Doch ein Besuch lohnt sich. Dabei geht es durch den alten Wall, der vermutlich zur Verteidigung der Anlage angelegt wurde.
 

 
Der von der Treppe, zwei Bilder zurück, einst begonnene Rücken setzt sich hier fort.
 

 
Fast rechteckige Strukturen scheinen eine Bearbeitung dieser Steine zu zeigen.
 

 
Das ganze sieht wie eine gemütliche Sitzecke aus. Dahinter geht es fast lotrecht in die Tiefe.
 

 
Und weiter vorn, dem Regenstein mehr zugewandt, findet sich diese kleine Ebene mit einer Bank. Hier ist eine wunderbare Energie zu fühlen, ebenso wie bei der Sitzecke.
 

 
Wieder zurück über die Ebene und nun ging es in den Kern der Anlage, Richtung des alten Bergfriedes. Hier ein Blick auf die Reste, zwischen dem Vordergrund und dem Fels im Hintergrund und dem Bergfried klafft eine ca. 5 Meter breite Lücke, vielleicht war hier das Pulverlager, welches gesprengt wurde. Deutlich ist in den Felsen die Aufnahme von Balken zu sehen.
 

 
Im vorderen Felsen findet sich ein Eingangsbereich, der meine Aufmerksamkeit fesselte. Hier findet sich in der Wand eine Aussparung, als ich die Augen schloss, sah ich Blumen darin. Links daneben ein Vorraum mit einer Art Sitz oder Bank oder Liege. Das gleiche habe ich schon einmal gesehen, am Fuße der Externsteine (vergleiche mit diesem Link). Man beachte die Abflussöffnung in der Wandung.
 

 

 
In diesem Raum bot sich ein bislang nicht gesehenes Bild. Offenbar floss früher einmal im Regen den Felsen hinab durch verschiedene Rinnen das Wasser direkt in diesen Raum. Er besitzt einige Öffnungen an der Wand, durch die das Wasser von oben herab geführt wird. Eine ältere Vertiefung mit Stufen darin und eine neuere im Vordergrund des Bildes.
 

 
Noch ein Blick weiter nach links, eine weitere Öffnung nach oben. Als ich die Augen schloss, sah, hörte und roch ich Wasser.
 

 
Überall in den Felsen finden sich Kratzereien aus der Neuzeit (Hein liebt Erna), aber undeutlich darunter finden sich Runen und alte Malereien. Weiter nach rechts auf den Felsen hinauf, gelangt man unterhalb des Bergfrieds zu ... ja, keine Ahnung, was das mal war:
 

 

 
Die Felsen sind definitiv in jüngerer Zeit ausgehöhlt worden, doch auf den Platten davor finden sich treppenartige Vertiefungen, die deutlich älter sind und dort keinen Sinn mehr machen, jedoch früher einen Weg um den Stein oder weiter hinauf boten.
 

 
Doch gehen wir weiter hinauf, durch den Torbogen der alten Burg und hier gab es die nächste Überraschung. Hier waren Wasserrinnen zu sehen, in die in neuerer Zeit Treppenstufen gebaut wurden. Einst leiteten sie das Wasser, genau, in den oben beschriebenen Raum, der wohl eine Art Bad darstellte.
 

 
Ganz außen gibt es noch einmal eine Kanzel, deren Kontur ein Gesicht zu haben scheint. (Leider nicht begehbar)
 

 
Ein Blick von dort auf die Spitze des Felsens.
 

 
Und dort oben findet sich das gleiche, eine Rinne, die das Wasser sammelt und ableitete und das Ganze in neuerer Zeit geebnet.
 

 
Noch ein Blick von oben über die gesamte Anlage.
 

 
Noch etwas weiter links, gegenüber ist der Platz der alten Windmühle und rechts dahinter etwas von Bäumen verdeckt der Platz mit den Sitzplätzen der drei Nornen. Im Vordergrund, links neben dem Bergfried sieht man einen Nabelstein, gut zu erkennen an der Vulva-ähnlichen Aussparung in der Mitte, sich von oben nach unten verjüngend.
 

 
Dieser Nabelstein war in früheren Zeiten Symbol für die Göttin / Mutter Erde. Als ich diesen Kreis betrat, erfüllte mich eine herrliche, kraftvolle Energie. Ich schloss die Augen und sah Menschen um diesen Stein gehen, einige Male, langsam und achtsam.
 
Wenn du diesen Stein einmal besuchst, kannst du dich hier besonders gut mit dem Element Wasser verbinden, diesem Element ist diese Stätte geweiht. Bei den Nornen, am Nabelstein und nahe der Kanzel sind jeweils unterschiedliche, aber sehr schöne Energien fühlbar. Gerade beim Nabelstein ist die Verbindung mit Mutter Erde besonders gut. Ebenso nahe des Bades (das selbst leider nicht betreten werden kann), im Vorbereich an der Treppe und seitlich ist es wunderschön, die Verbindung mit dem Wasser besonders gut, ebenso ganz oben.
 
Durch die spätere Nutzung ist die Anlage in weiten Teilen erfüllt mit Angst, es gibt dort ein Verließ, das ganz furchtbar schwingt und dort wo geschossen, gemordet wurde, sind die prägenden Felder noch gut zu fühlen.
 
Als Fazit nach dem Besuch dieses Ortes denke ich, dass dies ein zentrales Heiligtum war, der Mittelpunkt von vielen umgebenden Orten, an denen Druiden oder weise Männer und Frauen gewirkt haben. Das Umland birgt noch so einige sehr kraftvolle Plätze, doch davon vielleicht später einmal mehr!

OK L