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Mein Besuch bei Mutter Meera

Ich erhielt vor ein paar Tagen durch einen (Un)Zufall die Gelegenheit, den Darshan von Mutter Meera zu
besuchen. Für diejenigen, die Mutter Meera nicht kennen, hier zunächst einige Informationen über sie.
 
Mutter Meera ist eine Inkarnation (Avatar) der Göttlichen Mutter. Geboren 1960 in Südindien wohnt sie heute
nahe der Lahn im Westerwald. Obwohl sie kaum die Öffentlichkeit sucht, kommen Tausende von Menschen
aus der ganzen Welt zu ihr um sich von ihr segnen zu lassen. Dieses Empfangen des Segens wird im
Sanskrit Darshan genannt. Wenn Mutter Meera nicht auf Reisen ist, gibt sie in der Woche an vier Abenden
je einen Darshan auf Schloss Schaumburg in Balduinstein / Lahn.
 
Hier ein Bild vom Bahnhof Balduinstein in Richtung Schloß Schaumburg aufgenommen:
 

 
Leider ist es während des Darshans und im Gebäude nicht erlaubt zu fotografieren.

Mehr findest Du über Mutter Meera, wenn Du ihren Namen in eine der aktuellen Suchmaschinen (z.B.
google eingibst).
 
Die Termine, die ich bekam, waren ein Freitag und ein Samstag, jeweils 19:00 Uhr. Aktuell, im Herbst 2008,
gibt Mutter Meera jeweils von Freitag bis Montag jeweils von 19:00 Uhr bis 21 Uhr einen Darshan. Die Teilnahme
ist kostenlos, bedingt aber eine vorherige telefonische Anmeldung. Aktuell liegt die Wartezeit bei ca. 3 Monaten,
die Anmeldung gilt für 2 Darshans. (Fr./Sa. oder So./Mo.)
 
Schon der Weg nach Balduinstein war atemraubend, der Ort liegt direkt an der Lahn, umgeben von Bergen, die
dicht bis an den Fluß ragen. Fast eingeschlossen in Bergfalten und auf einem kleinen Streifen am Flussufer
stehen die Häuser, Gasthöfe, ist der Bahnhof und eine kleine Uferpromenade. Oberhalb des Ortes liegt Schloß
Schaumburg. Ich übernachtete in einem Hotel direkt an der Lahn, dem Lahnblick, recht ruhig gelegen, anständige
Küche, die Zimmer nicht ganz preiswert, aber in Ordnung.
 
Abends ging es dann hoch zum Schloß, schon die Fahrt dorthin durch die Dunkelheit auf den engen Straßen
war etwas besonderes, kurz vor dem Ziel geht es durch einen alten, steinernen Torbogen. Ein bläulicher Schimmer
liegt über dem Schloß, es sieht fast so aus, als könne man die kraftvollen Energien sehen. Ja nachdem, wie
früh man da ist, wird man in Reihen aufgestellt, sortiert, danach gefragt, ob man schon einmal da war oder nicht.
Alles verläuft nach einem scheinbaren System in absoluter Ordnung. Selbst die Schlangen der Menschen werden
geordnet, in Reihenfolge und Ausrichtung. Ich kam erst 20 Minuten vor Beginn und erlebte dieses Ordnen nicht mit.

Der Darshan findet in einem Nebengebäude des Schlosses statt, der, so scheint es, für Mutter Meera ausgestattet
ist und ständig von ihr benutzt wird. Am Eingang steht ein Mitarbeiter, der anhand einer Liste Namen vergleicht und
nach erfolgreichem Auffinden wurde ich hinein gebeten. Im Vorraum große Wasserbehälter mit vielen Bechern zur
freien Verfügung. Lange Garderoben und dahinter ein Raum mit Büchern und anderen Dingen von Mutter Meera.
Rechts daneben ein großer Raum, vielleicht 40 * 15 Meter groß. Dieser Raum wird durch einen Gang der Länge nach
geteilt. Am Kopf ein Podest, darauf drei Stühle. Links und rechts Stuhlreihen, mit dem Gesicht zum Podest. Weiter
hinten links und rechts Stuhlreihen, die in der Mitte des Raumes den Gang frei lassen. Gegenüber des Podestes,
am Ende des Ganges ist eine Glastür, auf der Privat steht.
 
Überhaupt steht überall etwas. Durch die vielen Besucher aus den verschiedensten Ländern, pro Darshan sind es
etwa 300, muß anscheinend viel geregelt werden. Überall stehen Hinweise, wie man sich richtig zu verhalten hat,
meist in drei Sprachen. Selbst an den Stühlen sind Hinweise, wie der Segen empfangen wird, was erlaubt ist und
was nicht. Lustig fand ich zunächst, dass auf einem der Hinweisschilder auch stand, dass Zärtlichkeiten austauschen,
lautes Gähnen, Telefonieren, Umhersehen nicht erlaubt sind. Dies stand dort in Französisch, Englisch und Deutsch.
Was müssen die Menschen dort schon alles erlebt haben, dass diese Hinweise nötig sind. Ich hatte leider ein
französisches Paar neben mir, welche die Hinweise zunächst studierte und dann anfing zu tuscheln, im Rucksack
zu kramen, zu gähnen, Socken an, Jacke aus und zusammenlegen und so weiter. Nun verstand ich, warum diese
vielen Hinweise sein müssen und fand es nicht mehr lustig.

Als ich eingelassen wurde, fand ich die meisten Stühle besetzt und die Menschen darauf in Stille verharrend. Teil-
weise meditierend. Betend. Die Hände teilweise zum Namasté zusammen vor der Brust. Ich bekam einen Platz
zugewiesen und begann zu versinken. Überhaupt war es bis auf die zwei etwas unhöflichen Franzosen neben mir
sehr still und heilig. Auf einmal erhoben sich alle, wie auf ein geheimes Signal und Mutter Meera betrat, nein
schwebte auf roten Strümpfen im Sari in den Saal zu ihrem Stuhl. Niemand sprach ein Wort, alles verlief in Stille.
Ich war erstaunt, wie unscheinbar sie wirkt, auf dem ersten Blick.
 
Als sie ihren Platz auf dem Podest, auf dem mittleren Stuhl eingenommen hatte, begannen die Diener eine Reihe
nach der anderen auf dem Gang aufzustellen, niederknien zu lassen. Auch dies in völliger Stille, nur mit
Handzeichen. Und der Darshan begann, Reihe um Reihe, Mensch um Mensch wurde aufgestellt, kniete nieder,
bewegte sich kniend auf das Podest zu, empfing den Segen und nahm in Stille wieder seinen Platz ein. Nach einer
Weile kam meine Reihe dran, wir wurden durch Handzeichen gebeten aufzustehen und dann in den Gang gebeten,
manche Person kam nach vorn, andere nach hinten. Und langsam ging es vorwärts, kniend, demütig.

Als ich den Podest erreichte, schlug mir das Herz bis zum Hals. Ich kniete vor Mutter Meera, beugte meinen Kopf,
so dass sie ihn leicht mit ihren Händen berühren konnte. Sie legte ihre Finger oberhalb der Ohren seitlich links und
rechts und hielt dies einige Sekunden. Lichtvolle Energie durchfloß mich, am ersten Abend bis etwa auf Höhe der
Brustwirbelsäule, am zweiten Abend bis hinunter zum Steißbein. Wie geschrieben, hob ich meinen Kopf, als sie ihre
Hände von mir nahm und sah sie an. Ihr in die Augen. Ihr Lieben, ich habe niemals in meinem bewußten Leben solche
Augen gesehen. Es ist als wenn Du in die Ewigkeit schaust, unendliche Liebe, kein Ego darin zu erkennen. Es ist
schlicht wunderschön, dieser Blick bleibt Dir im Geiste verankert, Du siehst diese Augen immer wieder.
 
Nach wenigen Sekunden ist auch dieser Blick vorbei, Mutter Meera senkt den Blick und dies ist das Zeichen für
mich, zu gehen. Ich danke und stehe auf, gehe zurück zu meinem Platz und setze mich. Fühle mich leicht,
kraftvoll und sehr in meiner Mitte ruhend. Ich bemerke mehr als wohlwollend, das alte Menschen oder solche, die
nicht gut knien können, sofort zu Mutter Meera gehen dürfen. Und dass all jene, die krank sind, zu Anfang kommen.
Und all jene, die den Segen nicht kniend empfangen können, zum Schluss einen Stuhl bekommen um bequehm
den Segen zu erhalten.
 
Als alle gesegnet waren, erhob sich wieder alle und Mutter Meera verließ den Saal, wie sie gekommen war. In
Stille, leise, fast schwebend. Und ich ging mit allen anderen hinaus, es wurde laut, die Menschen fingen an
zu reden, doch immer noch recht leise. Im Vorraum sind nun Gästebücher und Boxen, in die Spenden gelegt
werden dürfen. Mutter Meera finanziert das Ganze soweit ich weiß zu einem großen Teil durch Spenden. Nur
so ist es wohl möglich, den Darshan kostenlos anzubieten.
 
Für mich war es ein Erlebnis, welches mich tief berührte und beglückte. Ich werde mich sicherlich für das Frühjahr
2009 noch einmal anmelden, bevor Mutter Meera wieder auf Reisen geht.