Kraftorte - Die Steinkirche bei Scharzfeld im Harz

aufgenommen am 19.08.2010

Ihr Lieben,
 
und noch einen besonderen Ort möchte ich euch in dieser Reihe vorstellen, die Steinkirche auf dem Steinberg in Scharzfeld. Der Steinberg ist wie andere Berge dieser Region aus Stein, jedoch teilweise Sandstein oder anderes weicheres Material wie Dolomit und durch Erosion treten an manchen Stellen Felsen wie Klippen aus dem Berg.
 
In einer solchen Klippe muss sich vor vielen tausenden von Jahren ein Riss gebildet haben. Dieser diente bereits vor über 10000 Jahren umherziehenden Jägern als Herberge und Rastplatz. Grabungen belegen dies zweifelsfrei.
 
Irgendwann, vermutlich in der Zeit zwischen Christi Geburt und dem frühen Mittelalter wurde dieser Spalt künstlich erweitert. Es gibt verschiedene Sagen darum, in einer heißt es, dass der heilige Bonifatius im Jahr 732 diese Kirche gründete. In der Folge wurde sie bis etwa 1600 als Kirche genutzt, ebenfalls fand sich vor der Steinkirche ein Bestattungsfeld. Dort lagen viele in Holzsärgen bestattete Menschen, einige Ausnahmem gab es, nahe dem Eingang fand man ein anderes, älteres Grab einer Frau, deren Beine fehlten. Es gibt eine alte Sage, nach der hier eine weise Frau lange gelebt und gewirkt haben soll, doch genaueres ist nicht bekannt.
 
Urkundlich erwähnt wurde die Steinkirche nur einen kurzen Zeitraum im Mittelalter, etwa vom 15. bis zum 16. Jahrhundert, als Kirche im Ritterstein. In dieser Zeit wurde im inneren der künstlichen Höhle ein Altar herausgearbeitet, im Vorhof eine Art Taufbecken herausgeschlagen. Ebenso finden sich Anzeichen eines Vordaches und eines Tores, welches früher die Kirche schützte.
 
Im Inneren der Kirche findet sich seitlich rechts ein tiefer Schacht, dessen eigentlicher Nutzen bis heute unbekannt ist. Bei Grabungen stieß man bis auf die Tiefe von 25 Metern
vor und holte große Mengen Abraum heraus, ohne jedoch auf einen Grund zu stoßen. Der Abraum wurde untersucht und bestand leider nur aus Elementen dieses Jahrhunderts. Es gibt Sagen, nach denen über diesen Schacht Wasser geholt wurde, andere berichten von einem Zugang zu einem Höhlensystem im Inneren des Berges bis hin zu geheimen Gängen bis zum Kloster Pöhlde, welches bis ins 16. Jahrhundert existierte.
 
Und so ranken sich um diesen Ort viele Geheimnisse, Sagen und ich war sehr gespannt, was mich dort erwarten würde.
 
Es gibt im Ort Scharzfeld eine Beschilderung zur Steinkirche, wenn Du dieser folgst, gelangst du auf einen Parkplatz unterhalb der Bundesstrasse, die durch den Ort führt. Von dort aus bergan sind es nur wenige Hundert Meter, bis der Aufstieg beginnt. Der Felsen der Steinkirche ist weithin sichtbar, im Vordergrund ist bereits der Weg hinauf zu sehen.
 

 
und ein schmaler, von relativ jungen Bäumen gesäumter Pfad führt hinauf. Scheinbar erinnert man sich auch hier an den Wert von solch alten Heiligtümern und hält sie ein wenig in Ordnung.
 

 
Noch ein paar Meter und der erste Blick auf den Vorhof:
 

 
und noch ein Stück weiter wird der Eingang zur Steinkirche sichtbar
 

Rechts ist im Felsen eine Höhlung, es fühlt sich so an, als wenn diese ähnlich einer Lourdes-Grotte für die Andacht diente, also dort Kerzen aufgestellt waren, Blumen oder ähnliches. In Blickrichtung weiter links erkennt man eine Steinmauer, die einen kleinen Bereich einfasst, im Bild unterhalb der rechtwinkeligen Höhlung. Hier ist das Grab der unbekannten Frau. Weiter geradeaus sieht man einen rechtwinkligen Eingang, von hier aus kann man auf den Felsen klettern, links daneben eine größere Höhlung , die ebenfalls eine Nische aufweist, zur Taufe, Andacht oder ähnliches. Das Loch in der Höhlung führt ebenfalls nach oben, auf den Felsen oberhalb der Steinkirche.
 

 
So wie an vielen anderen Stellen dieser Art finden sich Nischen, meist rechtwinkelig, in denen früher Relequien aufgestellt waren, diese hier war sogar überdacht, wie man an den Löchern für die Bolzen sehen kann. Ähnliche Aussparungen sah ich vor kurzem in der Hubertushöhle bei Salzgitter.
 

 
Hier noch einmal der rechtwinkelige Aufgang, unschwer zu erkennen rechts daneben die Halterungen für die einstigen Tore.
 

 
Die Kammer links daneben, gut zu erkennen die Bank oder der Altar im rechten Bereich. Links daneben der Aufgang zur Höhe.
 

 

 
Dort hinaufgestiegen bietet sich ein Blick von oben auf den Felsen, mittig im Bild läßt sich der Eingang der Steinkirche ahnen.
 

 
Im Inneren ist zunächst rechts ein aus dem Felsen gearbeiteter Altar.
 

 
Rechts im Bild siehst du die Schutzgitter für den Schacht, der hier lotrecht in den Fels führt. Da auch oberhalb des Schachtes die Felswand so behauen ist, als wenn hier ein etwas hochgezogen werden soll, welches sicher 2 Meter hoch ist, bin ich gespannt, was die Forschungen ergeben. Für mich fühlt es sich so an, als wenn hier Menschen hinab- und wieder hinauf gestiegen sind und dafür genug Platz sein mußte oder aber ein Wasserziehrad, ähnlich wie bei einem Dorfbrunnen Platz haben mußte über dem Schacht. Dann wäre dieser aber sicherlich eingefasst worden. So ist er am Boden bündig ... nee, ich glaube eher an Menschen, die diesen Schacht benutzten.
 

 
Ein Blick in den Hintergrund der Kirche, auch hier fallen wieder die Nischen in der Wandung auf.
 

 
Geht man durch die Aufgänge nach oben, gelangt man auf das Dach der Kirche, welches an einer Stelle durch einen natürlichen Felsbruch ein Oberlicht hat. Hier meditierte ich eine Weile, gab Licht, Heilung und einiges mehr an diesen Ort.
 
Von hier oben hat man einen schönen Ausblick auf die vorderste Klippe auf der Westseite des Berges.
 

 
Gen Norden blickend kommen eine Reihe von Klippen aus dem Berg, ein wirklich schöner Anblick und ganz vorn auf der ersten Klippe bei schönem Wetter muss es herrlich sein.
 

 
Dieser Schäfer übrigens auf dem Bild war ein sehr neumodischer, mit Auto und ohne Hund. Um so mehr freute sich meine Begleiterin, eine alte Hündin namens Maya mit viel Hüteinstinkt im Blut, über diese Begegnung ...
 
Ihr Lieben, die Steinkirche und die umgebenden Klippen sind ein mehr als interessanter Ort, vorn auf der ersten Klippe ist eine ganz besondere Energie zu spüren, die mich fast fliegen ließ, so schön ist es dort.
 
Elias

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